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Lusitanos  -bemerkenswerte Iberer-

Sehr viel bekannter in der Reiterszene ist der Begriff "Barockrasse", zu denen neben Andalusier, Knapstrupper und anderen Rassen auch der Lusitano gezählt wird. Leider verbinden die meisten damit zunächst einfach die prächtige Mähne, ein kompaktes- meist zu dickes Pferd  welchem eine in die Wiege gelegte Fähigkeit zur Hohen Schule nachgesagt wird. Bereits dadurch wurde vielen Pferden der Weg in die Ställe von Fantasten und Träumern geebnet, die später erkennen mußten, daß die feine Reiterei nicht mit dem Kauf einer bestimmten Pferderasse erworben werden kann.

Zum Glück blieb der Lusitano vom Boom der jüngsten Zeit auf das spanische Pferd, dem Andalusier und PRE verschont, obwohl erst 1967 diese Stutbücher getrennt worden. Bis dahin waren der Lusitano und auch der Andalusier einem einzigen Stutbuch zugehörig.
Der berittene Stierkampf wurde in Spanien verboten und somit wurden Andalusier und Lusitano in Spanien arbeitslos. In Portugal hingegen, dem Heimatland des Lusitanos, wird nach wie vor der berittene Stierkampf durchgeführt, allerdings findet der portugisische Stier in der Arena nicht seinen Tod.Dieser Nationalsport ist eine Begegnung eins Reiters und seinem mutigen Pferd mit einem Stier. Hier zählen Vertrauen, Schnelligkeit, Gehorsam und Mut, denn der Stier wird die Arena lebend wieder verlassen, todbringende Waffen dürfen nicht eingesetzt werden. Somit wurde das Zuchtziel des Lusitanos nie verändert.

Durch die Trennung der Stutbücher versuchte Spanien, mengenmäßig mehr Pferde zu züchten für den Export, was der Rasse nicht unbedingt gut bekam. Die Portugiesen hingegen folgten den althergebrachten Zuchtzielen und die Rasse blieb in sich geschlossen. Weil sie auch nicht dem Iberer- Boom folgten, erhielten sich die Portugiesen das wertvolle Gut ihrer Rasse. Heute scheint der spanische Zuchtverband den früheren Zeiten des Blutaustausches zwischen Portugal und Spanien ein wenig nachzutrauern, aber nun lehnt der portugisische Verband eine Wiedereinführung eines gemeinsamen Stutbuches ab.

Lusitanos gehören zu den Pferderassen, deren Verwendung als Reittiere bereits in Höhlenmalereien und Ritzzeichnungen belegt wurden. Die Datierung liegt bei 17000 bis 13000 v. Chr. Sie haben sehr viel Ähnlichkeit mit dem Andalusier, dennoch sind sie weniger mächtig als der spanische Verwandte. Seine Größe liegt gemäß dem Zuchtstandard zwischen 1,53m und 1,63m bei einem fast quadratischem Format und etwa 500kg Lebendgewicht. Der Kopf ist schlank und von mittlerer Länge, mitunter zeigt sich auch eine leichte Neigung zum Ramskopf, der Hals ist eher kurz, zuweilen wirkt er sogar stämmig. Der Widerrist ist nicht besonders deutlich ausgeprägt und er hat lange schräge Schultern.Den Schweif hat der Lusitano tief angesetzt, die Beine sind kräftig und trocken von mittlerer Länge. Sehr häufig gibt es Schimmel, alle anderen Farben sind erlaubt, Rappen und Falben sind eher selten.

Lusitanos haben ein ein wunderbarens Wesen: Sie sind feurig aber stets zu kontrollieren, sie sind gelehrig, arbeitsfreudig, anhänglich, mutig, neigen nicht zum Durchgehen, sind offen für alles Neue, einfach phantastisch.In unbekannten Situationen wie der Begegnung mit einem für andere Pferde furchteinflößendem Fahrzeug wird der Lusitano nicht in Panik verfallen. Wahrscheinlicher ist, daß er zunächst einfach stehen bleibt, sich die Lage betrachtet und dann in Vertrauen zu seinem Menschen das von ihm verlangte  leistet. Aber genau so habe ich Situationen erlebt, in denen ein all zu aufdringlicher Hund, der mit Gebell auf einen Lusitano zulief, sehr schnell eines Besseren belehrt wurde. Das Pferd stellte sich dem Hund, trommelte mit den Hufen vor ihm von links nach rechts und fegte ihn so wieder außerhalb des eingefriedeten Bereiches. Angriffslustige Schafsböcke erhalten einen kostenlosen Freiflug, so gesehen bei einer Stute, die einen boxenden Bock kurzerhand im Fließ packte und ihn mit einem kräftigen Ruck des Halses durch die Luft katapultierte. Zu den Panikern gehören sie wahrlich nicht.

Wer seinen Lusitano fair und konsequent behandelt wird ihm vieles beibringen, er lernt sehr schnell und ist für seinen Menschen eine Lebensversicherung in jeder Situation. Sehr schnell merkt man, mit welch einer Freude und Begeisterung neue Lektionen lernt, so ist auch das Anreiten sehr problemlos, Lusitanos lieben die Beschäftigung und neue Dinge. Sie sind wendig, schnell und  äußerst bequem zu reiten.Gerade hier macht sich das quadratische Format der Pferde besonders praktisch. Schon dadurch fallen ihnen die versammelnden Lektionen leichter. Ihr Gangwerk ist weich und mit seiner mittleren  Größe ist der Lusitano ein Pferd für die ganze Familie.
Die Gesundheit und Robustheit dieser Pferde machen sie zu einem idealen Kumpel mit hohem Spaßfaktor. In der Fütterung sind sie relativ anspruchslos, gutes Raufutter, Weidegang und ein Mineral- und Vitaminfutter sind die Basis für ein gesundes Leben. Erst wenn dem Pferd mehr als 1 Stunde Reiten pro Tag abverlangt werden, sollte bedarfsgerecht Getreide zugefüttert werden.

Auch Lusitans entwickeln prächtiges Mähnen- und Schweifhaar, welches gut gepflegt sein will, dennoch ist es kein Barbie- Pferd und will auch nicht als solches behandelt werden.
Lusitanos sollte man nicht "verschmusen". Sie sind und bleiben Pferde, die sich allerdings gern ihrem Menschen unterordnen wenn sie fair behandelt werden.



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