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Kaninchen: Tierarztbesuch wegen Zahnproblemen

Zahnprobleme können lebensbedrohlich für Kaninchen sein und zählen zu den häufigsten Gründen des Tierarztbesuches.
Bei Hauskaninchen kommen Zahnfehlstellungen sehr häufig vor. Das liegt oft an der Überzüchtung der Tiere. Zwergkaninchen werden meist durch Inzest gezüchtet und sollen rundere Köpfe bekommen, damit sie ins Kindchenschema passen. (niedlicher aussehen) Manche Zahnanomalien, vor allem durch zu runde Köpfe und damit zu kurze Kiefer, sind vererbbar, deshalb darf nie mit so einem Kaninchen gezüchtet werden!
Kaninchenzähne sind wurzellos und wachsen ein Leben lang nach. Bei richtig gestellten Zähnen schleifen sie sich von selbst ab. Meist wird angenommen, das besonders hartes Futter benötigt wird zum abschleifen, dies ist aber ein Trugschluss, denn es passiert durch besonders langes kauen. Wenn aber zum Beispiel der Oberkiefer verkürzt ist und der natürliche Zangenbiss verhindert wird, kann es passieren, das sich die Schneidezähne des Oberkiefers nach innen krümmen und die des Unterkiefers nach vorne herauswachsen. Das kann man dann auch von außen sehen, dieses nennt man dann Elefantenzähne.
Hinter den beiden großen Schneidezähnen sitzt bei den Kaninchen noch ein kleineres paar Schneidezähne. Das Kaninchen dann nicht mehr fressen können ist kein Wunder. Aber auch die Backenzähne können die Ursache sein.
Bei den Backenzähnen kann es zu Hakenbildung oder Spitzenbildung kommen, die dann zur Verletzung der Mundschleimhäute führen. Es bilden sich Abszesse und Entzündungen. Die Folge ist: Das Kaninchen kann nicht fressen und leidet unter starken Schmerzen. Der ganze Zahn verdreht sich wegen den Haken oder Spitzen. Es kommt zu Hohlräumen in den Zahnfächern, wo sich dann Nahrungsreste festsetzen können, die  ebenfalls zu Entzündungen führen können. Häufig rufen auch häufiges Nagen am Käfiggitter oder das einspießen von Fremdkörpern (Splitter, Dornen, Strohhalme usw.) die Ursache für Zahnfehlstellungen auf.
Wenn die Nagezähne abgebrochen sind wachsen sie normalerweise von allein nach.
Die Zähne müssen regelmäßig behandelt werden. Bei der Zahnbehandlung vom Tierarzt sollte das Kaninchen unbedingt unter Narkose behandelt werden. Nur  so ist ein richtiges Abschleifen mit anschließenden Feinschliff möglich. Bei der Behandlung ohne Narkose können Risse entstehen. Durch Anspannung des Tieres ist kein präzises Arbeiten möglich, die Folge: Bakterien dringen in die Zähne, eine Abszessgefahr besteht. (Herzinfarktgefahr). Und viele andere Probleme können entstehen. Nur wenn ein Kaninchen kreislaufunstabil oder schwer erkrankt ist sollte es ohne Narkose behandelt werden.
Gesunde Tiere können eine gut dosierte Narkose aber gut vertragen. Da Kaninchen leider erst sehr spät sich anmerken lassen, dass es Ihnen schlecht geht, ist unbedingt eine regelmäßige Vorsorgeuntersuchung beim Tierarzt notwendig. Eine zu späte Behandlung des Tieres kann tödlich enden. Wenn die spitzen Zähne die Zunge oder Wangen aufschlitzen und eitrige Wunden entstehen so das Eiter verschluckt wird, er dann in das empfindliche Verdauungssystem des Kaninchens kommt, kann das zu Darmverschlingungen führen was auf jeden Fall den Tod hervorruft. Sobald Sie auffälliges Verhalten beim Fressen feststellen, extrem langsames fressen, sabbern, übertriebenes Kauen oder ein unnatürliches Wachsen der Zähne, gehen Sie bitte sofort zum Tierarzt.


Viele Tierärzte haben leider wenig oder sogar keine Erfahrung mit Nagern.  Fragen Sie Ihn ruhig ob er Erfahrung mit Kleintieren hat. Wählen sie Ihren Tierarzt sorgfältig aus, bevor Ihr Tier erkrankt.



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